N°34 Chirurgie, Tirol Kliniken, Innsbruck, Österreich
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April 2026

SOLANGE du meine Depression übersiehst, weil du Babyblues hörst, bin ich Feminist:in.

AS LONG AS you overlook my depression because all you hear is baby blues, I will be a feminist.

In Zusammenarbeit mit Healthy Minds montieren wir am 29. April 2026 ein 540 m2 großes Baustellennetz an die Nordfassade des Chirurgie-Gebäudes der Innsbrucker Universitätskliniken.

 

Jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann erkrankt im Zeitraum von der Schwangerschaft bis zum ersten Geburtstag des Kindes an einer Depression oder Angststörung. Die Ursachen dafür sind vielschichtig: Überlastung, Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen, eine bereits durchlebte psychische Erkrankung in der Vergangenheit oder die psychische Krankheit der Partnerin oder des Partners zählen zu den Risikofaktoren. Gesellschaftlicher Druck und stereotype Bilder von vermeintlich perfekten Müttern und Vätern, die auch auf Social Media verbreitet werden, können krank machen, genauso wie finanzielle Zwänge.

Die 34. Installation unserer internationalen SOLANGE-Serie macht auf ein großes Missverständnis aufmerksam: Babyblues und eine Depression, die Eltern in der Zeit um die Geburt ihres Kindes entwickeln können, sind nicht dasselbe. Bewusstsein dafür zu schaffen und Stigmata zu beseitigen, gehört zu den Zielen des vom FWF geförderten Projekts  „Healthy Minds“.

Wir unterstützen mit dem feministischen SOLANGE-Kunstprojekt die Anliegen des „Healthy Minds“-Teams. Die Öffentlichkeit sowie Mitarbeiter:innen der tirol kliniken und der Med Uni waren eingeladen, sich an der Entwicklung des Slogans zu beteiligen. Aus rund 350 Einreichungen kreierten wir den SOLANGE-Satz.

„Hauptziel von SOLANGE ist es, Menschen durch die Slogans zu sensibilisieren. Als zweifache Mutter ist es mir ein großes Anliegen, dass ALLE Gefühle Platz bekommen, wenn es um’s Kinderkriegen geht. Hier darf es keinerlei Tabus geben. Emotionen von Frauen werden generell weniger ernst genommen, was für sie gesundheitsgefährdend sein kann. Väter sind gefordert, sich stärker einzubringen, aber auch ihre Gefühle zu äußern, wenn sie sich überfordert fühlen“, finden wir.

 

Babyblues ist nicht Depression

Was häufig in verharmlosendem Ton als Babyblues bezeichnet wird, erleben bis zu 80 Prozent der Frauen in der Zeit nach der Geburt. Hervorgerufen wird der Babyblues durch hormonelle Veränderungen, Stress und Schlafmangel. Die Symptome können einer depressiven Verstimmung ähneln und belastend sein. Doch die charakteristischen Stimmungsschwankungen des Babyblues vergehen nach ein paar Tagen, spätestens zwei Wochen wieder von allein und ohne Therapie. Es gibt Studien, die zeigen, dass Männer ebenfalls eine hormonelle Umstellung erleben, wenn sie Väter werden und eine ähnliche Babyblues-Symptomatik entwickeln können.

Ganz anders verhält es sich bei einer so genannten peripartalen Depression, die bereits in der Schwangerschaft bis hin zu einem Jahr nach der Geburt auftreten kann. Die depressiven Symptome oder Ängste vergehen nach einigen Tagen nicht von selbst wieder und es ist wichtig, dass betroffene Elternteile Zugang zu professioneller, therapeutischer Unterstützung erhalten.

 

Spezialsprechstunde Peripartale psychische Gesundheit

Die Spezialsprechstunde zur peripartalen psychischen Gesundheit von Healthy Minds begleitet und unterstützt Eltern. Betroffene Mütter und Väter erhalten dort nach telefonischer Terminvereinbarung rasch eine erste Diagnostik, ärztliche und psychologische Behandlung sowie Beratung. Es ist keine ärztliche Überweisung notwendig.

 


In Kooperation mit Healthy mindsMeduni Innsbruck und Tirol Kliniken.

Fotocredits: Ferdinand Cibulka, Katharina Cibulka, Claudia Eichbichler.