N°12 Linke Wienzeile 168, Wien
N°12 Linke Wienzeile 168, Wien
Juli 2020-Oktober 2020

SOLANGE du Augen-Höhen-Angst hast, bin ich Feminist:in.

Die besondere Herausforderung dieser Baustellen-Verhüllung entsteht durch die vorstehenden Balkone am Gebäude an der Linken Wienzeile 168 im 6. Wiener Gemeindebezirk: Das SOLANGE-Netz kann nicht flächig gespannt werden, sondern schmiegt sich quasi an die Baustruktur an. Aufgrund dieser baulichen Vorgabe stellt die Katharina Cibulka SOLANGE buchstäblich auf den Kopf.

Wir müssen unsere Köpfe drehen, um den Satz zu dechiffrieren, denn er verläuft vertikal, von unten nach oben. Blickt man von oben nach unten, könnte man leicht Höhenangst bekommen – oder doch eher Angst vor Augenhöhe? Cibulka spielt bewusst mit dieser Wortkreation, die von beiden Seiten lesbar ist.

Wir haben in allen Bereichen sehr starke und gut ausgebildete Frauen, doch wenn diese Richtung Erfolg streben, setzt immer noch bei vielen Männern Augen-Höhen-Angst ein. Sie verteidigen ihre Herrschaft bislang äußerst erfolgreich. Umgekehrt wird Frauen oft nachgesagt, sie hätten keinen Zug zur Spitze, sprich sie wären diejenigen, die quasi Höhenangst hätten – auch dies eine Argumentationsstrategie, die leicht zu durchschauen ist.

Im zweiten Teil des Satzes findet sich eine kleine Veränderung zur bisherigen Struktur der SOLANGE-Sätze: War es Katharina Cibulka in der Anfangsphase des Projektes wichtig, die Sprecherin oder den Sprecher eindeutig als Frau/Feministin oder Mann/Feminist sprachlich zu markieren, so entsteht nun durch „bin ich Feminist:in“ eine Öffnung hin zu allen Geschlechtern und somit ein Aufbrechen der rein binären Geschlechterstruktur.

Come join us in spreading equality!

 

 

Kooperationspartner:innen:
KÖR (Kunst im öffentlichen Raum) Wien, Bezirksvorstehung 6. Bezirk Wien, Wiener Wohnen

Bei der Eröffnung anwesend:
Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler, Stadträtin für Wohnen, Wohnbau, Stadterneuerung und Frauen,
Kathrin Gaál, Bezirksvorsteher Markus Rumelhart, Wiener Wohnen-Direktorin Karin Ramser

 

© Fotocredits: Florian Biber