N°18 Franzensfeste, South Tyrol, Italy
N°18 Franzensfeste, South Tyrol, Italy
May 2021–October 2021

AS LONG AS it takes balls to get to the top, I will be a feminist.

Finchè serviranno le palle per arrivare in cima, sarò femminista.

AS LONG AS IT TAKES BALLS TO GET TO THE TOP, I WILL BE A FEMINIST.

FINCHÈ SERVIRANNO LE PALLE PER ARRIVARE IN CIMA, SARÒ FEMMINISTA.

SOLANGE ES EIER BRAUCHT, UM AN DIE SPITZE ZU KOMMEN, BIN ICH FEMINIST:IN.

Was könnte an einem mit so viel männlicher Energie aufgeladenen Ort wie einer Festung passender sein als ein Satz, in dem Männlichkeit mit Mut gleichgesetzt wird. Die männlichen Genitalien scheinen von Großbritannien über Deutschland, Italien, Spanien bis hin zu Frankreich Quell einer Tugend zu sein, die ausschließlich der einen Hälfte der Gesellschaft vorbehalten ist. In unzähligen Redewendungen ist von „den Eiern in der Hose“ zu lesen, die es offenbar braucht, um Großes zu erreichen. Sprachliche Zuschreibungen haben sehr konkrete Auswirkungen auf unser Miteinander, sie erzeugen mächtige Bilder und Assoziationen. Dies thematisierte Katharina Cibulka bereits 2018, als sie am eingerüsteten Innsbrucker Dom zu St. Jakob ein Staubschutznetz mit der Botschaft „Solange Gott einen Bart hat, bin ich Feminist.“ montierte.

Für Frauen – das „bemitleidenswerte“ Geschlecht mit Eiern, die tief im Inneren verborgen sind, anstatt gut sichtbar im Außenbereich zu baumeln – ist daher der Weg „nach oben“ ein steiniger. Sie stoßen trotz bester Qualifikation an die viel zitierte „gläserne Decke“, wenn sie Karriere machen und sogar ganz an die Spitze vordringen wollen. Was für Männer aufgrund ihrer physischen Grundausstattung und jahrelang gepflegter Netzwerke etwas fast Natürliches ist, gleicht bei Frauen einem äußerst mühsamen Hürdenlauf. Sie schaffen es nur in Ausnahmefällen ganz nach oben, zu viele Stolpersteine säumen ihren Weg. Die Vorstandsetagen beispielsweise gleichen uneinnehmbaren Festungen.

„Wir sprechen hier von ganz einfacher Repräsentanz auf allen Ebenen des gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Lebens“, erläutert Katharina Cibulka ihre Beweggründe für diesen Solange-Satz. „Wie kann es sein, dass vorwiegend Männer Entscheidungen treffen, die uns alle betreffen? An Mut fehlt es uns gewiss nicht, sehr wohl aber an fairen Chancen zur Teilhabe. Solange Mann-Sein die Voraussetzung dafür ist, in Politik und Wirtschaft an die Schalthebel zu gelangen, werden wir SOLANGE-Sätze sticken und diese Missstände übergroß benennen.“

Dies dürfte uns an diesem Ort sehr gut gelingen, ist doch die Franzensfeste von der stark befahrenen Brenner-Autobahn aus äußerst gut zu sehen. Wir wünschen uns, dass auch in Südtirol viele dem Leitsatz folgen werden.

Come join us in spreading equality!

 

 

Kooperationspartner:innen:
Festung Franzensfeste im Rahmen der Ausstellung 50x50x50 allen alles/omnibus omnia/tutto per tutti/everything for everyone

 

© Fotocredits: Hannes Engl, Georg Hofer, Nicole Weniger